Wie viele Liegestütze am Tag sind sinnvoll?

Kurzantwort: Für die meisten reichen 3–4 Sätze an 3–4 Tagen pro Woche, jeder Satz bei etwa der Hälfte bis zwei Dritteln deines Maximums. Wichtiger als eine feste Tageszahl ist, dass du regelmäßig trainierst und dich langsam steigerst. Gesundheitsbehörden empfehlen Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche [2].

Eine Zahl, die für alle passt, gibt es nicht: Wer heute 5 saubere Liegestütze schafft, braucht ein anderes Pensum als jemand, der 40 am Stück macht. Sinnvoller ist es, vom eigenen Maximalwert auszugehen — also wie viele saubere Wiederholungen du am Stück schaffst — und das Training daran auszurichten.

Was sagt die Forschung?

Die bekannteste Studie dazu stammt von Forschenden der Harvard T.H. Chan School of Public Health: Sie haben über rund zehn Jahre 1.104 aktive Feuerwehrmänner begleitet [1]. Wer zu Beginn mehr als 40 Liegestütze schaffte, hatte in den Rohdaten ein um rund 96 % geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse als Männer mit höchstens 10. Nach Berücksichtigung von Alter und Körpergewicht war vor allem der Unterschied der Gruppe mit 21–30 Liegestützen deutlich: Ihr Risiko lag etwa bei einem Viertel [1].

Wichtig: Das ist eine Beobachtungsstudie mit Männern eines einzigen Berufs. Sie zeigt einen Zusammenhang, keinen Beweis, dass Liegestütze allein das Herz schützen — fittere Teilnehmer waren auch jünger und leichter [1]. Als Orientierung taugt sie trotzdem: Mehr als 10 Liegestütze am Stück sind ein sinnvolles erstes Ziel, 20 bis 30 ein gutes.

Richtwerte nach Trainingsstand

Erfahrungswerte für Trainingstage, ausgehend vom Maximum am Stück
Dein MaximumSätze × WiederholungenTage pro WocheGesamt pro Tag
unter 103 × 3–5 (oder Knie-Liegestütze)3ca. 10–15
10–303–4 × 50–70 % deines Maximums3–4ca. 25–70
über 304–5 × 50–70 % oder Pyramide4–5ca. 80–150

Die Werte sind Erfahrungswerte, keine festen Regeln. Ein Satz endet, wenn die Technik nachlässt — nicht erst, wenn gar nichts mehr geht. Zwischen den Sätzen helfen 1–2 Minuten Pause.

Beispielwoche für 10–30 Liegestütze

So könnte eine Woche aussehen, wenn du aktuell 20 saubere Liegestütze am Stück schaffst. Die harten Tage liegen nicht direkt hintereinander, dazwischen bleibt Zeit zur Erholung:

Beispielwoche bei einem Maximum von 20 (Erfahrungswerte)
TagTrainingGesamt
Montag4 × 12, 90 s Pause48
DienstagPause oder 2 lockere Sätze × 60–12
Mittwoch5 × 10, 60 s Pause50
DonnerstagPause0
FreitagPyramide 4–6–8–10–8–6–446
WochenendePause oder ein Satz bis knapp vor das Maximum0–18

Steigt dein Maximum, verschiebst du die Zahlen einfach mit: Bei 30 am Stück werden aus 4 × 12 etwa 4 × 18. Als Faustregel sollte sich jeder Trainingssatz so anfühlen, als wären am Ende noch 2–4 saubere Wiederholungen drin. Ist ein Satz deutlich leichter, nimm beim nächsten Mal eine oder zwei Wiederholungen dazu; bricht die Technik vorher ein, bleib bei der alten Zahl.

Unter 10? So kommst du dahin

Wenn du noch keine 10 sauberen Liegestütze schaffst, ist das kein Grund, mit falscher Technik zu üben. Nimm eine leichtere Variante, bei der du saubere Sätze mit 8–12 Wiederholungen schaffst, und wechsle zur nächsten Stufe, sobald das gut klappt:

  1. Wand-Liegestütze. Hände schulterbreit an die Wand, Körper gerade, Brust zur Wand und zurück.
  2. Erhöhte Liegestütze. Hände auf Tischkante, Sofa oder Treppenstufe. Je niedriger die Fläche, desto schwerer.
  3. Knie-Liegestütze. Knie am Boden, Körper von Knie bis Kopf eine Linie.
  4. Negative Liegestütze. Aus dem Stütz in 3–4 Sekunden langsam absenken, auf den Knien wieder hoch.

Technik in Kürze

Jeden Tag Liegestütze — ist das sinnvoll?

Täglich ein paar Liegestütze schaden gesunden Menschen in der Regel nicht, solange das Volumen moderat bleibt. Brust, Schultern und Trizeps brauchen nach harten Einheiten aber Erholung. Ein guter Mittelweg: an harten Tagen nah ans Maximum, an den anderen nur lockere Sätze mit deutlich weniger Wiederholungen. Achte auf diese Warnzeichen:

So steigerst du dich

  1. Maximum testen. Mach so viele saubere Liegestütze wie möglich am Stück und notiere die Zahl.
  2. Sätze planen. Trainiere 3–4 Sätze mit je 50–70 % dieses Werts, an 3–4 Tagen pro Woche.
  3. Langsam steigern. Nimm jede Woche 1–2 Wiederholungen pro Satz dazu, solange die Technik sauber bleibt.
  4. Neu testen. Nach vier Wochen den Maximaltest wiederholen und die Sätze neu berechnen.

Liegestütze allein decken nicht alles ab: Für einen ausgewogenen Körper gehören auch Zugübungen (zum Beispiel Klimmzüge oder Rudern) und Beine dazu. Gesundheitsbehörden empfehlen, alle großen Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen pro Woche zu kräftigen [2].

Häufige Fragen

Sind 100 Liegestütze am Tag zu viel?

Für Geübte, die 30 oder mehr am Stück schaffen, sind 100 über den Tag verteilt meist gut machbar. Für Einsteiger ist das zu viel — starte mit 10–15 sauberen Wiederholungen und steigere dich.

Reichen Liegestütze als einziges Training?

Sie trainieren vor allem Brust, Schultern, Trizeps und Rumpf. Für Rücken und Beine brauchst du zusätzliche Übungen; empfohlen ist, alle großen Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen pro Woche zu trainieren [2].

Wie schnell sieht man Fortschritte?

Viele schaffen nach 3–4 Wochen regelmäßigen Trainings spürbar mehr Wiederholungen am Stück, weil sich zuerst Technik und Koordination verbessern. Sichtbare Muskelveränderungen dauern meist länger.

Liegestütze morgens oder abends?

Die Tageszeit ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass du regelmäßig trainierst — wähle die Zeit, die du am zuverlässigsten einhältst.

Quellen

  1. JAMA Network Open: Association Between Push-up Exercise Capacity and Future Cardiovascular Events Among Active Adult Men (Yang et al., 2019)
  2. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Adult Activity: An Overview

RivalRep-Team · zuletzt geprüft am 14.10.2026

Allgemeine Informationen, kein Ersatz für ärztlichen Rat. Bei Schmerzen oder Vorerkrankungen vorher ärztlich abklären.