Mehr Liegestütze schaffen: dein 6-Wochen-Plan

Kurzantwort: Trainiere 3 Tage pro Woche mehrere Sätze knapp unter deinem Maximum und steigere die Wiederholungen jede Woche ein wenig. Nach sechs Wochen testest du neu. In einer kleinen Studie bauten Liegestütze Kraft und Muskeln ähnlich gut auf wie Bankdrücken mit leichtem Gewicht [1].

Mehr Liegestütze am Stück zu schaffen heißt vor allem: mehr Kraftausdauer in Brust, Schultern und Trizeps und einen stabileren Rumpf. Beides wächst, wenn du regelmäßig genug Wiederholungen sammelst und die Belastung langsam erhöhst. Die gute Nachricht: Du brauchst dafür kein Studio.

Was die Forschung sagt

In einer Studie mit 18 jungen Männern trainierte die eine Hälfte acht Wochen lang zweimal pro Woche Bankdrücken mit 40 % ihres Maximalgewichts, die andere Liegestütze mit vergleichbarer Last. Beide Gruppen wurden ähnlich stärker, und Brust- und Trizepsmuskeln wurden in beiden Gruppen dicker [1]. Eine Übersichtsarbeit über 21 Studien kommt zum selben Schluss: Muskeln wachsen auch mit leichteren Lasten und mehr Wiederholungen ähnlich gut wie mit schweren, wenn bis zur Erschöpfung trainiert wird — für maximale Kraft sind schwere Lasten aber im Vorteil [2].

Für dich heißt das: Liegestütze reichen völlig, um stärker zu werden — solange du die Sätze anstrengend genug machst und dich steigerst. Gesundheitsbehörden empfehlen Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche [3]; für schnellen Fortschritt bei Liegestützen sind drei Einheiten ein guter Wert.

Schritt 1: Startwert bestimmen

Mach ausgeruht und aufgewärmt so viele saubere Liegestütze wie möglich am Stück. Dieser Wert entscheidet, mit welcher Stufe du startest. Schaffst du noch keine 5 normalen Liegestütze, trainiere zuerst mit erhöhten Händen (Tischkante, Treppe) oder auf den Knien und wechsle, sobald 12 saubere Wiederholungen klappen.

Schritt 2: Der 6-Wochen-Plan

Sätze × Wiederholungen pro Trainingstag, 3 Tage pro Woche (Erfahrungswerte)
WocheStart unter 10Start 10–25Start über 25
15 × 35 × 65 × 12
25 × 45 × 75 × 14
35 × 55 × 85 × 16
44 × 64 × 104 × 20
54 × 74 × 124 × 22
6Neu testenNeu testenNeu testen

Pause zwischen den Sätzen: 60–90 Sekunden. Der letzte Satz eines Tages darf ruhig „bis kurz vor Schluss“ gehen — also so lange, bis noch eine, höchstens zwei saubere Wiederholungen drin wären. Schaffst du einen Tag nicht komplett, wiederhole die Woche, statt mit schlechter Technik weiterzumachen.

Schritt 3: Neu testen und weitermachen

In Woche 6 trainierst du nur einmal locker und machst am Ende der Woche einen neuen Maximaltest. Mit dem neuen Wert startest du den Plan erneut — gegebenenfalls in der nächsthöheren Stufe. Viele schaffen nach sechs Wochen deutlich mehr als vorher, vor allem Einsteiger, weil sich anfangs auch Technik und Koordination schnell verbessern.

Wenn es nicht weitergeht: Plateau lösen

Häufige Fehler im Training

Der häufigste Fehler ist, jeden Tag bis zum völligen Versagen zu trainieren. Das ermüdet stark und bremst den Fortschritt eher, als ihn zu beschleunigen. Ebenso wichtig: Zähle nur saubere Wiederholungen. Halbe Liegestütze sehen auf dem Papier gut aus, verbessern deinen Testwert aber kaum — und der zählt am Ende nur volle Wiederholungen.

Ein Trainingstag im Detail

  1. Aufwärmen (5 Minuten). Armkreisen, Schulterkreisen und ein, zwei lockere Sätze Wand- oder Knie-Liegestütze.
  2. Hauptteil. Die Sätze aus dem Plan, mit 60–90 Sekunden Pause. Zähle nur saubere Wiederholungen.
  3. Rumpf (optional). 2–3 × 20–40 Sekunden Unterarmstütz für die Körperspannung.
  4. Notieren. Schreib auf, wie viele Wiederholungen du geschafft hast und wie schwer es sich angefühlt hat. So erkennst du Fortschritt und Ermüdung früh.

Schlaf und Erholung

Stärker wirst du nicht während des Trainings, sondern in der Erholung danach. Plane zwischen zwei harten Einheiten mindestens einen Tag Pause für dieselben Muskeln ein, schlaf ausreichend und iss genug — vor allem genug Eiweiß, wenn du auch Muskeln aufbauen willst. Fühlen sich die Arme an einem Trainingstag schwer und müde an, ist ein lockerer Tag oft die bessere Entscheidung als ein erzwungener Satz.

Für wen der Plan nicht passt

Hast du Schmerzen in Schulter, Ellbogen oder Handgelenk, lass das zuerst abklären, bevor du das Training steigerst. Wer nach einer Verletzung oder längeren Pause einsteigt, beginnt besser eine Stufe leichter, als der Test vermuten lässt. Und wer schon über 40 saubere Liegestütze schafft, kommt mit reinem Wiederholungstraining irgendwann an Grenzen — dann helfen schwerere Varianten wie Liegestütze mit erhöhten Füßen oder mit Zusatzgewicht auf dem Rücken.

Häufige Fragen

Wie schnell kann man mehr Liegestütze schaffen?

Einsteiger schaffen nach 4–6 Wochen regelmäßigen Trainings oft deutlich mehr Wiederholungen, weil sich anfangs Technik und Koordination schnell verbessern. Danach geht es langsamer, aber stetig weiter.

Bauen Liegestütze Muskeln auf?

Ja. In einer Studie wuchsen Brust- und Trizepsmuskeln mit Liegestütztraining ähnlich wie mit leichtem Bankdrücken [1].

Sollte man jeden Tag Liegestütze machen?

Für schnellen Fortschritt reichen drei harte Einheiten pro Woche. Lockere Sätze an den anderen Tagen sind möglich, solange du dich erholt fühlst.

Was tun, wenn ich keinen einzigen Liegestütz schaffe?

Starte mit Wand- oder erhöhten Liegestützen und arbeite dich über Knie-Liegestütze nach unten, bis du normale schaffst.

Quellen

  1. Journal of Exercise Science & Fitness: Low-load bench press and push-up induce similar muscle hypertrophy and strength gain (Kikuchi & Nakazato, 2017)
  2. Journal of Strength and Conditioning Research: Strength and Hypertrophy Adaptations Between Low- vs. High-Load Resistance Training: A Systematic Review and Meta-analysis (Schoenfeld et al., 2017)
  3. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Adult Activity: An Overview

RivalRep-Team · zuletzt geprüft am 14.10.2026

Allgemeine Informationen, kein Ersatz für ärztlichen Rat. Bei Schmerzen oder Vorerkrankungen vorher ärztlich abklären.