Mehr Klimmzüge schaffen: Plan und Methoden

Kurzantwort: Trainiere 2–3 Mal pro Woche mehrere Sätze mit 1–3 Wiederholungen Reserve, nutze Leitern und langsame Negative und teste alle sechs Wochen neu. Zum Vergleich: In einer Studie stieg die maximale Klimmzugzahl von 39 Männern nach 12 Wochen Training im Schnitt um 15 % [1].

Wenn du schon ein paar saubere Klimmzüge schaffst, geht es jetzt darum, mehr Wiederholungen am Stück zu sammeln. Das Prinzip ist dasselbe wie bei jedem Krafttraining: genug Volumen, langsame Steigerung, genug Erholung. Klimmzüge haben aber eine Besonderheit — weil du dein ganzes Körpergewicht ziehst, sind die Sätze kurz und anstrengend. Viele kleine, saubere Sätze bringen deshalb oft mehr als wenige bis zum Versagen.

Was die Forschung sagt

In einer Studie mit 52 Männern wurde die Geschwindigkeit jeder Klimmzug-Wiederholung mit Messgeräten erfasst. Ergebnis: Wie stark die Bewegung im Satz langsamer wurde, hing eng damit zusammen, wie viele Wiederholungen noch möglich waren. 39 der Männer wurden nach 12 Wochen Training erneut getestet; ihre maximale Wiederholungszahl war im Schnitt um 15 % gestiegen [1]. Als Faustregel für dein Training: Wenn ein Klimmzug spürbar zäher wird, sind meist nur noch ein, zwei Wiederholungen drin — ein guter Moment, den Satz zu beenden.

Eine Übersichtsarbeit über 21 Studien zeigt außerdem, dass Muskeln mit leichteren und schwereren Lasten ähnlich wachsen (in den Studien wurde dabei bis zur Erschöpfung trainiert), für Maximalkraft sind schwere Lasten aber im Vorteil [2]. Deshalb lohnt sich für Fortgeschrittene beides: viele Wiederholungen mit dem eigenen Gewicht und ab und zu schwerere Sätze mit Zusatzgewicht.

Der 6-Wochen-Plan

Sätze × Wiederholungen pro Einheit, 3 Einheiten pro Woche (Erfahrungswerte)
WocheStart 1–4Start 5–9Start 10+
15 × 1 + 3 Negative5 × 35 × 6
26 × 1 + 3 Negative5 × 45 × 7
34 × 2 + 2 Negative6 × 46 × 7
45 × 2 + 2 Negative5 × 55 × 8
54 × 36 × 56 × 8
6Neu testenNeu testenNeu testen

Zwischen den Sätzen 2–3 Minuten Pause. Klappt eine Einheit nicht vollständig, wiederhole die Woche. Gesundheitsbehörden empfehlen Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche [3] — für Klimmzüge sind zwei bis drei Einheiten mit Pausentagen dazwischen ideal.

Trainingsmethoden

Ein Trainingstag im Detail

  1. Aufwärmen. Schulterkreisen, 2 × 20 Sekunden Hängen, 1–2 lockere Sätze Schulterblatt-Züge.
  2. Hauptteil. Die Sätze aus dem Plan, sauber und ohne Schwung.
  3. Ergänzung. 2–3 Sätze Rudern oder australische Klimmzüge für zusätzliches Volumen.
  4. Notieren. Wiederholungen und Gefühl aufschreiben — so erkennst du Fortschritt früh.

Typische Bremsen

Die häufigste Bremse ist, jede Einheit bis zum völligen Versagen zu trainieren — die Ermüdung frisst den Fortschritt. Ebenso bremsend: zu viele Klimmzug-Einheiten pro Woche, schlechter Schlaf und Schwung statt Kraft. Und vergiss den Griff nicht: Wenn du vor dem Rücken aufgibst, weil die Hände nachlassen, hilft regelmäßiges Hängen an der Stange.

Griffvarianten für Abwechslung

Wechsle die Griffart etwa alle zwei bis drei Wochen oder innerhalb einer Einheit. Für deinen Test bleibst du aber immer bei derselben Variante, damit die Zahlen über die Wochen wirklich vergleichbar sind.

Wenn du 15 oder mehr schaffst

Ab etwa 15 sauberen Klimmzügen wird reines Wiederholungstraining zäh: Die Sätze werden lang, der Fortschritt langsamer. Dann lohnen sich zwei Schwerpunkte im Wechsel — schwere Einheiten mit Zusatzgewicht und 3–5 Wiederholungen für die Maximalkraft [2] und leichte, schnelle Einheiten mit vielen Wiederholungen für die Ausdauer. Auch langsame Klimmzüge mit Pausen oben und unten fordern dich neu, ohne dass du mehr Gewicht brauchst. Und gönn dir alle paar Wochen eine lockere Woche, damit Sehnen und Gelenke mitwachsen können.

Erholung zwischen den Einheiten

Rücken, Bizeps und Unterarme brauchen nach harten Klimmzug-Einheiten Zeit, sich zu erholen — als Faustregel etwa 48 Stunden. Wenn deine Hände an der Stange schneller nachgeben als sonst oder die ersten Wiederholungen zäh sind, ist das ein Zeichen für zu wenig Erholung. Ein zusätzlicher Pausentag bringt dich dann weiter als ein erzwungenes Training. Auch ausreichend Schlaf und genug Eiweiß in der Ernährung helfen deinen Muskeln, sich zwischen den Einheiten zu erholen und stärker zu werden.

Häufige Fragen

Wie schnell kann man mehr Klimmzüge schaffen?

In einer Studie stieg die maximale Klimmzugzahl von 39 Männern nach 12 Wochen Training im Schnitt um 15 % [1]. Einsteiger verbessern sich anfangs oft schneller.

Sollte man jeden Tag Klimmzüge machen?

Harte Einheiten 2–3 Mal pro Woche. Kleine, leichte Sätze über den Tag verteilt sind für viele auch täglich gut verträglich.

Bis zum Versagen trainieren oder nicht?

Meist nicht. Als Faustregel: Beende den Satz, wenn die Bewegung spürbar langsamer wird — dann sind meist nur noch ein, zwei Wiederholungen übrig.

Ab wann lohnt sich Zusatzgewicht?

Ab etwa 10 sauberen Klimmzügen am Stück. Dann helfen schwere Sätze mit 3–5 Wiederholungen, die Maximalkraft zu steigern [2].

Quellen

  1. International Journal of Sports Physiology and Performance: Movement Velocity as Indicator of Relative Intensity and Level of Effort Attained During the Set in Pull-Up Exercise (Sánchez-Moreno et al., 2017)
  2. Journal of Strength and Conditioning Research: Strength and Hypertrophy Adaptations Between Low- vs. High-Load Resistance Training: A Systematic Review and Meta-analysis (Schoenfeld et al., 2017)
  3. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Adult Activity: An Overview

RivalRep-Team · zuletzt geprüft am 14.10.2026

Allgemeine Informationen, kein Ersatz für ärztlichen Rat. Bei Schmerzen oder Vorerkrankungen vorher ärztlich abklären.